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12. Oktober 2015
Kategorien: 2/2015, staff, zid:view

e-Infrastructures Austria


e-Infrastructures Austria

Koordinierter Aufbau von Archivierungsinfrastrukturen für digitale Daten in Österreich.

Im Jänner 2014 wurde das 3-jährige Hoch­­schulraumstrukturmittel-Projekt „e-Infrastructures Austria“ initiiert, in dessen Rahmen 20 österreichische Universitäten und fünf extrauniversitäre Einrichtungen unter Leitung der Universität Wien das Ziel verfolgen, den koordinierten Aufbau von Ar­chivierungsinfrastrukturen für digitale Daten in Österreich zu realisieren.

Da das Bibliotheksprojekt eine hohe IT-Expertise bedingt, wurde das Projektmanagement nach dem Vorbild des Archivierungssystems Phaidra aufgesetzt, das in Kooperation zwischen der Bibliothek und dem Zentralen Informatikdienst entwickelt und betrieben wird. Die Projektleitung und das Koordinationsbüro des in 3 Teile gegliederten Projekts wurden daher mit MitarbeiterInnen der Bibliothek besetzt, die technische Projektleitung und das technische Koordinationsbüro wiederum mit MitarbeiterInnen des ZID.

Die 3 Teile des Projekts:
1. Aufbau von Dokumentenservern
2. Aufbau von Infrastruktureinrichtungen für andere digitale Objekte
3. Aufbau des Wissensnetzwerks „e-Infrastructures Austria“

1. Aufbau von Dokumentenservern
Ein wesentliches Ziel ist es, die Landschaft der digitalen Archive in Österreich auf ein gemeinsames Fundament zu stellen. Dies soll durch den Aufbau einer Basisinfrastruktur für Dokumente bei allen teilnehmenden Einrichtungen erreicht werden.

Von Bedeutung ist, dass dabei kein Softwaresystem vorgeschrieben wird, sondern die Bedürfnisse der Einrichtungen berücksichtigt werden. Hierbei spielen Faktoren wie die Größe der Institution ebenso eine Rolle, wie Policies zur Datenarchivierung.

Raw Data2. Aufbau von Infrastruktureinrichtungen für andere digitale Objekte
Dieses Teilprojekt fokussiert auf komplexere Daten jenseits klassischer Dokumente. Werden beim ersten Teilprojekt primär Schriftstücke und Bilder behandelt, so geht es hier um Daten aus der Forschung. Um einen Überblick zu gewinnen, wie diese Daten geclustert werden können, erging Anfang 2015 an das wissenschaftliche und künstlerisch-wissenschaftliche Per­sonal aller Universitäten und außer­universitären Forschungseinrichtungen in Österreich der Aufruf, sich an einer Umfrage zu beteiligen. Zurzeit erfolgt die Auswertung der Daten. Das Er­gebnis wird im Herbst präsentiert und veröffentlicht.

Dennoch wurden bereits im Vorfeld dieses Teilprojekts Modelle entwickelt, um die Heterogenität der Daten für das Datenmanagement greifbarer zu machen. Eines der Modelle beschreibt beispielsweise die Daten anhand ihres Lebenszyklus: raw data, processed data with positive, negative or inconclusive results sowie shared data, published data und Open Access published data. Gegenwärtig wird dieses Datenmodell noch um die Dimension des Zugriffs (von „Gesperrt“ bis „Open Data“) erweitert.
Werden Daten in einem digitalen Archiv verwaltet, müssen sie über einen als „Ingest“ bezeichneten Prozess in das Archiv überführt werden. Begleitet wird die Datenarchivierung von einem Datamanagementplan, der zu Beginn eines Projekts erstellt wird. Zudem ist „Ingest“ selbst der erste Teil eines Workflows, dessen weitere Schritte „Management“ und „Nachnutzung“ sind.

Da nicht jedes Archiv für alle Daten geeignet ist, werden die Daten anhand von drei Dimensionen bewertet, um den geeigneten Archivierungsort für die weitere Aufbewahrung zu finden. Diese Dimensionen sind die Dauer der Aufbewahrung, die Datenmenge und die Komplexität der Daten.

Gemeinsamer Rechtsraum3. Aufbau des Wissensnetzwerks  „e-Infrastructures Austria“
Für die nachhaltige Nutzung der Projektergebnisse wird ein Wissensnetzwerk aufgebaut, das aus ExpertInnen zum Thema „Digitales Datenmanagement“ besteht. Diese sollen ihr Know-how dokumentieren und unter einer freien Lizenz zur Nachnutzung zur Verfügung stellen. Bereits in der ersten Projekthälfte konnten sechs beobachtende Institutionen, wie z. B. die Donau-Universität Krems und das Institut für Höhere Studien (IHS), sowie eine assoziierte Institution, das Austrian Institute of Technology (AIT), als Partner zum Netzwerk hinzugewonnen werden. Darüber hinaus ist es im Rahmen des Projekts gelungen, das Thema Forschungsdatenmanagement bei den teilnehmenden Organisationen weiter zu verankern, indem die IT-Dienstleister der Forschungseinrichtungen erfolgreich eingebunden werden konnten. Ermöglicht wurde dieses Wachstum durch die Erarbeitung gemeinsamer Spiel­regeln am Anfang des Projekts, die ihrerseits in einer „Governance“ festgeschrieben wurden.

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